RehaIngest – Schluckerkennung bei Dysphagie

Was ist RehaIngest?

RehaIngest kann die pharyngeale Schluckphase messen und objektiv darstellen. Es ist das weltweit einzige System, das Elektromyografie- (EMG) und Bioimpedanz- (BI) Signale gleichzeitig verarbeiten kann. Durch die Kombination aus BI und EMG wird eine automatische Schluckerkennung und -bewertung möglich. Dadurch ist die Schluckerkennung sehr genau.

RehaIngest

RehaIngest misst den Schluckverlauf durch Elektromyografie (EMG) und Bioimpedanz (BI). Durch EMG wird die Aktivität der Zungenmuskulatur bei der Hebung des Kehlkopfes gemessen. Die Bewegungen von Zungengrund und Kehlkopf führen zu einer Änderung der Bioimpedanz. RehaIngest identifiziert die Änderungen von EMG und BI, kann diese als Schluck erkennen und bewerten.

RehaIngest ist ein nicht-invasives System. Die Ableitung der Messwerte erfolgt über Klebeelektroden, die an Hals und Kopf appliziert werden. Eine Schablone erleichtert die genaue Positionierung. Erfasst werden die Daten über ein Messmodul, das die Daten auf ein Tablet überträgt.

RehaIngest wurde 2019 beim Hugo Junkers Preis für Forschung und Innovation in Sachsen-Anhalt in der Kategorie „Innovativste Produktentwicklung, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle“ ausgezeichnet.

Hugo Junkers Preis 2019

Was sind die Vorteile von RehaIngest?

RehaIngest kann die Arbeit von Therapeuten oder Ärzten in der Diagnostik von Dysphagie unterstützen. Es erfasst objektive Daten über die Schluckaktivität, ohne Palpation und ohne den Patienten beim Schlucken durch weitere Apparaturen zu behindern.

Die direkte Rückmeldung zum Schluckerfolg kann die erste klinische Untersuchung (Screening) unmittelbar verbessern. Objektiv gemessene Daten und die Echtzeit-Schluckerkennung unterstützt oder bestätigen den ersten Eindruck des Untersuchenden.

Der Prä-Post-Vergleich hilft, die Effektivität der Diagnostik zu bewerten. Im Bericht werden die Messergebnisse als Tabellen und Graphen angezeigt, ergänzt durch Notizen des Therapeuten. Alle Berichte können als pdf-Dokumente exportiert werden.

Die 3D-Animation der pharyngealen Schluckphase hilft, die Funktion der am Schluck beteiligten anatomischen Segmente zu erklären. Das Zusammenspiel von Zunge, Kehlkopf, Zungenbein und Epiglottis entspricht dabei den tatsächlichen Messwerten.

  • automatische Schluckbewertung
  • 3D-Schluckanimation
  • Atem-Schluck-Koordination
  • Überwachung
  • Berichtsfunktion
  • Verlaufsdarstellung

Wie funktioniert RehaIngest?

RehaIngest misst den Schluckverlauf durch Elektromyografie (EMG) und Bioimpedanz (BI). Durch EMG wird die Aktivität der Zungenmuskulatur bei der Hebung des Kehlkopfes gemessen. Die Bewegungen von Zungengrund und Kehlkopf führen zu einer Änderung der BI. RehaIngest identifiziert die Änderungen von EMG und BI, kann diese als Schluck erkennen und bewerten. Die ermittelten Werte (Geschwindigkeit, Dauer und Höhe der Kehlkopfhebung) werden in Echtzeit angezeigt, mit einer Referenzgruppe verglichen und bewertet.

RehaIngest

Messung

RehaIngest misst den Schluckverlauf durch Elektromyografie (EMG) und Bioimpedanz (BI). Durch EMG wird die Aktivität der Zungenmuskulatur bei der Hebung des Kehlkopfes gemessen. Die Bewegungen von Zungengrund und Kehlkopf führen zu einer Änderung der BI. RehaIngest identifiziert die Änderungen von EMG und BI, kann diese als Schluck erkennen und bewerten.
RehaIngest-Biofeedback

Biofeedback

Biofeedback kann bei Patienten das Verständnis des Schluckvorgangs verbessern. Dazu bietet das System individuell anpassbare Biofeedback-Module. "Heißluftballon" ist eines dieser Module. Bei einem Training mit diesem Modul soll der Patient einen Ballon mittels Schluck über ein Hindernis bewegen. Die gleichzeitige Veränderung muskulärer Zustände bei der Hebung des Kehlkopfes und die Änderung des elektrischen Widerstands (Bioimpedanz) im Rachenraum ermöglicht visuelles Feedback über den Schluckerfolg. In der Schlucktherapie können Klienten unter Anleitung eines Therapeuten und mit Hilfe des Biofeedbacks lernen, den eigenen Schluckvorgang zu beeinflussen und zu kontrollieren. Erfolgreiche Schluckversuche werden belohnt und der Klient bleibt motiviert.

Langzeitmessung

RehaIngest kann die Schluckaktivität bis zu acht Stunden lang aufzeichnen. Anfang und Ende der Aufnahme können individuell eingestellt werden. Während der Aufnahme/Messzeit kann der Patient seinen üblichen Tagesablauf (Therapie) nach gehen. Alle Schluckereignisse werden gespeichert und können nachträglich betrachtet und bewertet werden. Details zur Schluckfrequenz können über die Zeit visualisiert werden.

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Welche Erfahrungen mit RehaIngest gibt es?

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Simone Brendel

Logopädin aus Niedersachsen

empfiehlt RehaIngest „[...] jedem, der mit Dysphagie-Patienten zu tun hat.“

Simone Brendel leitet seit 2003 eine Logopädie-Fachpraxis für Schluckstörungen in Cremlingen. Vor ihrer Ausbildung zur Logopädin arbeitete sie als Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin. Sie hat sich auf Schluckstörungen spezialisiert, RehaIngest getestet und erkennt zahlreiche Vorteile.
Das Lächeln von Simone Brendel verschwimmt unter den Freudentränen von Rita B.. Die Patientin, der ein Zungenkarzinom entfernt wurde, hatte zum ersten Mal ihre Fortschritte als Kurve auf dem Bildschirm von RehaIngest gesehen. Das Bild der steil nach oben gehenden Kurve ist der objektive Wert für etwas, was sonst nur erahnt werden kann. „Schlucken ist ein individueller Vorgang“, erzählt Simone Brendel. Es sei bei jedem Menschen anders. Bei neuen Patienten müsse sie immer erst ein Gefühl für den Patienten erlangen, bevor sie mit ihm einen sicheren Schluck erarbeiten kann. Sie wende vieles aus der Funktionalen Dysphagie-Therapie (FDT) an, erklärt sie. Doch da der Schluck kaum beobachtbar ist, komme es auf ihre Erfahrung an. „Du kannst nur die Kehlkopfhebung fühlen.“ Und die sei eben sehr individuell. Dabei könne sie sich durch ihr Fachwissen erschließen, was in der pharyngealen Schluckphase geschieht. Die Patienten können das nicht. Bislang jedenfalls.

RehaIngest-Messungen bringen Licht ins Dunkel

RehaIngest misst mit Sensoren die Bewegungen von Zungengrund und Kehlkopf. Dadurch kann das Gerät diese als Schluck erkennen und bewerten. Die ermittelten Werte werden in Echtzeit angezeigt. Das ist ein enormer Vorteil. Simone Brendel: „Es macht die Therapie für Patienten verständlicher, weil es das, was wir tun, visualisiert. Sobald ich mich im pharyngealen Bereich bewege, ist dort ja absolute Finsternis.“ RehaIngest ändert das. Die Kehlkopfhebung sei bei onkologischen Patienten eines der größten Probleme. „Viele müssen das Mendelsohn-Manöver erlernen“, so Brendel. Dabei werde durch eine spezielle Schlucktechnik der Kehlkopf nach oben bewegt. „Das Manöver ist wirklich schwer zu erlernen“, sagt sie. „Ich sage dem Patienten, dass er sich ausprobieren kann.“ Er bekommt ständig sein Feedback durch die Animation auf dem Display.“ So können viel schneller Fortschritte gemacht werden. „Wenn die Kurven gut aussehen, dann ist es auch ein Mendelsohn“, so Brendel.

RehaIngest ist einfach zu bedienen

Natürlich hatte sie Vorbehalte, erklärt die Therapeutin. „Ich hatte Sorge, dass es zu kompliziert ist, und zu aufwendig, sodass Zeit für die Therapie fehlt.“ Nichts davon sei eingetreten. „Es ist ein sehr gutes, einfach zu handhabendes Instrument.“ Das Anbringen der Elektroden sei schnell erledigt. Dass der Patient sich ausprobieren könne, sei ein immenser Vorteil. Mittlerweile fasse sie nicht mehr bei jedem Schlucken den Kehlkopf an. „Das ist mit RehaIngest nicht nötig“, sagt sie. „Ich hatte vorher auch Möglichkeiten, meine Therapie zu verifizieren.“ Zum Beispiel mittels einer fiberendoskopischen Untersuchung (FEES). Diese werde zwar nicht ersetzt, die Untersuchungen aber reduziert, so Brendel. Empfiehlt sie RehaIngest weiter? „Ja“, sagt sie. „Jedem, der mit Dysphagie-Patienten zu tun hat.“ Für Kliniken und speziell für niedergelassene Logopäden „ist das Gerät eine sinnvolle Ergänzung.“ Und Rita B. wird nicht mehr darauf verzichten wollen. Denn vorher habe ihr keine andere Methode Erfolge so schnell gezeigt. Das ist jetzt anders. Logopädin Simone Brendel sagt: „In meinen Praxen habe ich RehaIngest mittlerweile bei vielen Schluck-Patienten erfolgreich angewandt und würde nicht mehr darauf verzichten.“

Die wichtigsten Fragen zu RehaIngest (FAQ)

Unsere Erfahrungen mit RehaIngest beziehen sich auf Patienten mit Schlaganfall, Schädelhirntrauma und HNO-Tumore. Das Spektrum der Anwendung kann erweitert werden.
Die automatische Schluckerkennung markiert jeden erkannten Schluck auf den Messkurven. Sollte das einmal nicht funktionieren, können Sie einen Schluck an einer starken EMG-Aktivität mit gleichzeitigem Anstieg in der Bioimpedanz erkennen.
Die Messsignale (Bioimpedanz und Elektromyographie) bilden Kehlkopfaktivität während der pharyngealen Schluckphase ab.
RehaIngest ist ausgelegt für Messungen, die eine Dauer von maximal 8 Stunden haben.
Sie können die mitgelieferte Schablone verwenden. Eine einfache Anleitung finden Sie in der RehaIngest-Software und im Handbuch.
Mit ein bisschen Übung ist die Inbetriebnahme von RehaIngest inklusive dem Kleben der Elektroden in weniger als 5 Minuten zu bewerkstelligen.
Nein. RehaIngest kann Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen, ob eine solche Untersuchung notwendig ist.
Nein. Bisher sind keine Nebenwirkungen bekannt.
Die Bioimpedanz beschreibt einen elektrischen Wechselstromwiderstand im Körper, ausgedrückt in Ohm. Sie stellt dar, wie gut oder wie schlecht das Gewebe elektrischen Strom leitet. Fett hat einen hohen Widerstand, Blut einen niedrigen Widerstand.
Die Elektromyographie (EMG) misst das elektrische Potential der quergestreiften Muskulatur und wird in mV angegeben. Bei RehaIngest wir das EMG der suprahyalen Muskulatur gemessen.
Nein. Die Schluckerkennung liefert Informationen, ob ein Schluck erfolgreich war oder nicht. Die Ergebnisse können dadurch wertvolle Beweise für mögliche Aspirationsursachen liefern.

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